Mein 1. Lebensjahr

Mein erstes Lebensjahr verlief im Grunde fast ganz normal.

In der ersten paar Monaten war ich ein ganz gesunden normales aktives kleines Baby, das von seiner Familie und seinen Freunden sehr geliebt wurde!

Ich war das erste Enkelkind meiner Großeltern und die erste Nichte meiner drei Onleks und habe die viele Aufmerksamkeit sehr genossen!

 

Meine ersten Lebensmonate waren wunderschön und voller Liebe! Ich hatte zwar viele Koliken und habe anfangs viel geweint aber meine Eltern wussten genau wie sie mich wieder beruhigen konnten. Oft trug mich mein Papa stundenlang in der Wohnung herum bis ich mich beruhigte und einschlief.

Am liebsten habe ich sowieso auf meiner Mami oder meinem Papi geschlafen, ich liebe es bis heute noch dem Herzschlag zu lauschen und die angenehme Wärme zu spüren.

Ich habe mich wunderbar entwickelt und hatte Spass daran zu spielen, zu sitzen und zu plaudern! Am liebsten habe ich auf meiner gummi Zahnbürste herumgekaut, das tat richtig gut!

Wir waren eine richtig glückliche kleine Familie!

 

Als ich 3 Monate alt war endeckte mein Kinderarzt dann eine Trübung in meinem linken Auge, die Ärzte im Krankenhaus ebstätigten dann auch seine Befürchtung. Ich habe einen angeborenen grauen Star. Das war der erste Schock für unsere kleine Familie. Meine Eltern hatten große Angst davor mich operieren zu lassen und auch die Ärztin riet uns dann nach mehreren Untersuchungen ab. Sie sagte Sie hätte zurückgebliebene Blutstränge in meinem Auge endeckt, was eine Operation zu gefährlich machen würde. Sie sagte ich würde auf dem linken Auge auch mit viel Training nie mehr als 50 - 60% Sehkraft haben. Anfangs war das ein Schock für uns, doch wir dachten uns ich habe ja noch ein zweites Auge, und dieses war gesund! Unter ausser 3D sehen würde ich wohl alles ganz normal sehen können, ich würde später sogar Autofahren dürfen usw. Ich müsste zwar eine Brille tragen, aber das hätte uns ganz bestimmt nicht gestört.

Heute wären wir überglücklich wenn ich "NUR" einen graue Star haben würde.

Nach der Diagnose begann eine zum Teil lästige Zeit, weil ich jeden Tag für mehrere Stunden mein gesundes Auge abkleben musste und das störte und nervte mich sehr beim spielen. Aber meine Eltern klebten es immer wieder auf mein Auge, selbst wenn ich es ständig versuchte runter zu reissen.

Bei jeder Mutter-Kind Pass Untersuchung lobte mich mein Kinderarzt, dass ich mich so prächtig entwickelte, und meine Eltern waren jedes mal überglücklich und wahnsinnig stolz.

Bis zu der Mutter-Kind Pass Untersuchung im 8. Lebensmonat. Da bemerkte mein Kinderarzt dass ich motorisch noch nicht so weit entwickelt war wie andere Kinder in meinem Alter. Zum Beispiel wollte ich nach Spielzeug nur mit der ganzen Hand greifen und nicht mit 2 Finger, ich wollte mich auch nicht umdrehen, und ich hatte auch nie Lust das krabbeln zu lernen. Wenn mich meine Mama auf den Bauch legte um mich zum krabbeln zu animieren, blieb ich einfach stur am Bauch liegen bis ich dann einschlief! :)

 

Defr Kinderarzt sagte ich würde mich einfach ein bisschen langsamer entwickeln wie andere Kinder, dass das aber noch kein Grund zur Sorge war. Er wollte uns einen MOnat später nochmal sehen.

Als wir dann einen Monat später im Alter von 9 Monaten nochmal bei ihm waren, stellte er fest das sich nichts geändert hatte und ich mich nicht weiterentwickelt habe und sagte dass wir nun wirklich etwas tun müssen. Er überwies uns zur Physiotherapie um Haylie beim lernen und entwickeln ein bisschen zu helfen.

 

Meine Physiotherapeutin war wirklich ganz lieb und versuchte mich mit allerhand tollem Spielzeug das mir sehr gefiel zu animieren meinen Kopf besser zu heben und auf dem Bauch zu spielen, und ich lernte auch in wenigen Wochen wie man sich umdreht, auch wenn das sehr mühsam für mich war.

Für unsere Eltern sah alles ganz gut aus, sie freuten sich über meine Fortschritte, aber die Therapeutin sagte ihnen das ich keine Fortschritte machte und dass ich ihr immer schwächer vorkam. Meine Muskelspannung wurde ihrer Ansicht nach immer weniger was sie beunruhigte. Darum bat Sie uns einen Neurologen aufzusuchen.

 

Also tiegerten wie los und holten uns eine Überweisung zum Oberarzt der Neuropädiatrie im LKH Salzburg. Diese Überweisung zu bekommen erwies sich zunächst auch als Problem.

Die Sprechstundenhilfe meines Kinderarztes stellte meine Eltern als hysterisch hin und fand es gänzlich übertrieben einen Neurologen aufzusuchen. Doch mein Papi hat stark für mich gekämpft und mit der Überweisung in der Hand machten wir uns schon bald auf den Weg zu meinem ersten Termin mit Dr. Mang und Dr. Koch.

 

Anfangs war der Termin etwas mühsam für mich, meine Eltern mussten mich bis auf die Windel ausziehen was ich selten toll fand und dann musste ich mich auch noch herumdrehen und wurde in lauter komische positionen gebracht. Dr. Mang war Assistenzärztin und befragte auch meine Eltern recht lange.

Dann stoß auch noch Dr. Koch dazu und erkannte schon nach wenigen Handgriffen das irgendetwas mit mir nicht stimmte.

Es war schrecklich für meine Eltern zu hören das definitiv etwas nicht in Ordnung war mit mir.

Dr. Koch sagte wir müssten dem nachgehen und zu allererst einmal Blut abnehmen.

Das hatte ich schon immer sehr gern :) ihr könnt euch vorstellen, ich schrie wie am Spieß!!

Das bin ich an meinem 1. Lebenstag
Das bin ich an meinem 1. Lebenstag